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Feb 07

Panama

Ein kleiner Abstecher nach Panama

sunny 27 °C

Von Puerto Chimenez reisen wir weiter, mit dem Schiff ueber den Golf von Osa nach Zancudo, einem Pazifikstrand ganz im Sueden Costa Ricas. Ein heisser und sandiger Ort, schoen und ruhig, das haben auch schon andere entdeckt. Kilometerlang ist der Strand gesaeumt von Villen, deren Eigentuemer dem nordamerikanischen Winter entfliehen. Wir geben uns doppelt Muehe mit der Sonnencreme, nachdem wir ein paar abschreckende Beispiele mit harten Verbrennungen gesehen haben...
Unser Gastgeber Marcel kommt aus Holland und kennt den Ort mittlerweile sehr gut. Wir erfahren, wie unglaubliche Berge von Dollars eine Dorfgemeinschaft ruinieren koennen - den schlimmsten Tropenkrankheiten entkommen nur wenige: Alkohol ist allgegenwaertig und Kokain billig.
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Wir lassen uns aber wenig stoeren und geniessen einige Tage. Maurice sammelt Einsiedlerkrebse und baut einen Zoo mit Stecken und Steinen, aber die Krebse sind schnell und verschwinden in die Freiheit.. so veranstalten wir Wettrennen mit den Krebsen, sammeln Muscheln oder Kokosnuesse zum trinken.
Maurice hat die Angst vor dem Wasser verloren, er taucht wie ein Fisch durch die Wellen, schwimmt zwei drei Zuege bis wir ihn wieder aus dem Wasser ziehen.
Eines Morgens liegen tote Fische am Strand, immer mehr werden angeschwemmt. Ein Crevettenfangboot weit draussen entledigt sich auf einfache Weise der unerwuenschten Fische... Es beginnt zu stinken, Schulterzucken, das Meer wirds richten. Zeit fuer uns Abschied zu nehmen. Marcel faehrt uns mit seinem 30jaehrigen Landrover an die Grenze zu Panama. Der Zoellner moechte sich unseren Eintritt ins Nachbarland mit ein paar Dollars versuessen lassen, wir wollen nicht und kaufen Zaehneknirschend ein Ausreiseticket damit wir den Einreisestempel kriegen...
Nun sind die Strassen besser, der Bus klimatisiert, und schon eine Stunde spaeter sind wir in David, einer grossen Stadt im Norden Panamas.
Laerm, Hektik, kurz essen und weg, ueber die kuehlen Berge auf die karibische Seite. Vier landschaftlich schoene Stunden, zuviel fuer Maurice, er muss erbrechen trotz Medizin, sterbenselend. Rasch geht es weiter aufs Schiff nach Bastimentos, eine wunderschoene Insel im Gebiet Bocas del Torro.
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Im schoenen Abendlicht erreichen wir die Insel, Musik schlaegt uns entgegen, schwarze Menschen, Lachen, Kinder ueberall, laut und voller Leben. Wir sind in einer anderen Welt. Die Einwanderer aus Jamaika haben ihre Kultur mitgebracht, ohne Reggae-Rhytmen laeuft gar nichts. Die Koechin tanzt beim Kochen, die Putzfrau tanzt beim putzen, erst spaet in der Nacht legt sich Ruhe ueber die Insel. Am naechsten Tag erfahren wir, dass auf der Nachbarinsel Karneval beginnt, viele Menschen, viel Alkohol. Wir wandern ueber die Insel durch Weiden und Dschungel an die Straende, heller Sand, das Meer kuehler als am Pazifik.
Zurueck im Dorf essen wir in einem Restaurant, welches aufs ruhige Meer hinaus gebaut ist, wie viele Haeuser hier. Durch die Schlitze in den Bodenplanken sehen wir Fische, Maurice versucht sein Anglerglueck, aber die Fische sind schlau und fressen das Brot vom Haken... Zum Glueck hats in der Kueche noch genuegend Fische, so dass unser Teller nicht leer bleibt.
Am Ufer sammeln sich die Abfaelle, das sorglose Leben hat seine Schattenseiten. Rund um die Haeuser liegt viel Schmutz, Plastik, Flaschen und alles was nicht mehr gebraucht wird, allerlei Insekten gedeihen praechtig darin. Die Waschmaschine im Meer dient nun einem Lobster als Zuhause, das Fahrrad und der Pneu der Muraene. Fuer den naechsten Tag chartern wir zusammen mit Lorraine und Miguel aus Zuerich ein Boot mit Fuehrer und lassen uns durch die Lagune chauffieren. Delphine springen, Seesterne im klaren Wasser und dann die Korallen - wir schnorcheln durch die Unterwasserwelt, Maurice sieht zum ersten Mal Korallen und farbige Fische im klaren Wasser. Hinter einem Restaurant wohnt ein grosser Barracuda und wartet auf Kuechenabfaelle, als Maurice seine Zaehne sieht will er schnell aus dem Wasser...
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Bald haben wir genug von Laerm, Armut und Abfall, es zieht uns zurueck nach Costa Rica. Bei Regen und Wind verlassen wir die Insel, und sind zwei truebe Stunden spaeter an der Grenze. Die grosse Fachwerkbruecke ueber den Rio Sixaola wurde 1942 gebaut und anscheinend kaum unterhalten, Rost nagt an den Traegern, wir halten Maurice fest an der Hand damit er nicht durch Loecher im Belag in den Fluss faellt. Es regnet, Grenzorte sind haesslich und arm, grad kommt ein Bus und nimmt uns mit. Wie schon in Panama nichts als Bananen, eine Wueste von Bananenstauden, triste Arbeitersiedlungen, ueberall Warnschilder weil die Insektizide mit dem Flugzeug verteilt werden. Ab und zu eine Verladestation, Arbeiter mit Schutzanzuegen an Chemiebaedern, welche die Exportbananen haltbar machen.
Wir denken an die schoen praesentierten Tropenfruechte in den Migros-Filialen und haben kein gutes Gefuehl dabei.
An diesem tristen Tag sind wir froh, bei Martin und Madeleine aus der Schweiz uebernachten zu koennen, Maurice freundet sich schnell an mit den drei Kindern und wir schwatzen Tag und Nacht. Der Abschied anderntags faellt uns leichter weil die Familie im April zurueck in die Schweiz zuegelt und ein Wiedersehen versprochen ist!
So erreichen wir Cahuita, ein ruhiger Touristenfleck an der Karibik mit wunderschoenem Nationalpark, welchen wir sehr geniessen: Affen, Schlangen, Faultiere, Echsen und Krebse sind zu bewundern und wir baden am hellen Strand.
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Die Tage in Cahuita sind gepraegt von viel Unsicherheit wie weiter, im Inland warten spannende Ecken auf uns, sind aber teilweise nur schlecht mit dem Bus zu erreichen. So fahren wir zuerst noch 20 km suedlich an einen schoenen Strand und hoffen dort klaren Kopf zu kriegen. Im Allgemeinen geht es uns aber immer noch sehr gut, Peter ist nach zwei Tagen Durchfall nun doch sicher, dass Leitungswasser nicht zum Trinken geeignet ist...
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Posted by m.till 09:39 Archived in Costa Rica Comments (0)

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Indianer

Leben im Urwald

sunny 32 °C

Die Fahrt von der Pazifikkueste auf die Halbinsel Osa im Sueden von
Costa Rica ist lang und spannend. Der Bus quaelt sich stundenlang ueber die sandige Strasse, links und rechts Urwald und Plantagen, viel Schweiss und Maurice schlaeft. Allmaehlich verdient die Strasse ihren Namen nicht mehr, die Gegend einsam, ab und zu zwei drei Haeuser, ein schoener Ausblick und wieder Dschungel.
Schliesslich erreichen wir La Palma, ein Nest in der Pampa, Kuehe, Palmen, kleine Laeden mit gebrauchten Kleidern, eine Eisenwarenhandlung mit Motorsaegen und Gummistiefel in Huelle und Fuelle. Puenktlich werden wir abgeholt von einem Mann, dunkle Haut, freundliche Augen, eine armlange Machete an der Seite, Fussballhosen und Gummistiefel mit Kniesocken, bei 32 Grad!!
Ein Fahrzeug wird organisiert, sieht aus wie ein Viehtransporter, wir steigen zu und lernen, dass die auch ein Bachbett als Strasse bezeichnet werden kann.
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Sitzen ist nicht moeglich, jeder steht und klammert sich irgendwie fest, langsam durchqueren wir Fluesse und Suempfe, bis das Gelaende bergig wird und Pferde auf uns warten.
Wir duerfen aufsteigen, die zwei Indianer stapfen nebenher, fuehren die Pferde mit uns immer tiefer in den Urwald.
Nun sind wir im Indianer-Reservat der Guajmies, fernab von Strom und Motorenlaerm. Eineinhalb Stunden geht es Bergauf und Bergab, durch Baeche und Sumpf, langsam verstehen wir die Gummistiefel der Indianer.
Bei der Familie Carrera werden wir herzlich empfangen. Fast alle 30 Mitglieder sind gekommen um uns zu begruessen. Daniela aus Biel ist hier verheiratet mit Estephan, Leonardo, ihr Bub ist gleich alt wie Maurice.
Die naechsten fuenf Tage tauchen wir ein ins Indianerleben.
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Mitten auf dem Rasen steht die Grossmutter und fuettert Huehner und Pferde. Ihr reich verziertes rosarotes Kleid leuchtet vor dem Gruen der Umgebung. Ein Bub bringt ein grosses Blatt um die Huehner vom Pferdefutter fernzuhalten, der Wind streicht durch die Baeume und macht die Mittagshitze ertraeglich. Die Zikaden zirpen waehrend wir in der Haengematte doesen und Maurice auf dem Bett Pause macht.
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Hier spielt Geld keine Rolle, man kanns nicht ausgeben, man hat was der Wald und der karge Boden hergeben. Alles andere tauscht man mit dem Nachbar oder man schleppt es hoch von La Palma. So ist auch die WC-Schuessel in unser blaettergedecktes Waschhaeuschen gekommen, oder der Solarpanel auf dem Dach welcher etwas Licht spendet am Abend und Strom fuer die Digitalkamera.
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Mit jedem Tag waechst unser Respekt fuer die Menschen, die es verstehen, hier zu leben, leckeres Essen zubereiten auf dem Holzkochherd, uns verwoehnen und auf viele kleine Details und Zusammenhaenge hinweisen.
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Hier muss die Natur nicht geschuetzt werden, man ist Teil davon, grenzt sich ab wo noetig und erntet so, dass wieder genug waechst.
Tiere geht man nicht beobachten, sie sind einfach da, Affen, Papageien, Krebse am Bach und viele mehr. Man schaetzt ueber 6'500!!! Sorten Insekten in diesem Gebiet, einige davon haben es auf unser Blut abgesehen. Wir gewoehnen uns an zerstochene Beine und leben einigermassen in Frieden mit Kakerlaken und Co.
Aber als im WC ein etwa 10cm langer Skorpion auftaucht ist fertig lustig. Estephan kennt kein Pardon und macht das wuetende Tier mit der Machete kaputt. Die Erleichterung ueber die Rettung waehrt nicht lange, anscheinend finden zahlreiche Tierli die Voegelein, welche ihr Nest im Dach bauen herzig. So erzaehlt Beatrice bald laut schreiend von einer Schlange an der Tuer, die halbe Sippschaft laeuft zusammen und macht dem etwa 180cm langen Tier mit Stecken und Knueppeln den Garaus.
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Nicht giftig, der Kommentar, aber hier wollen wir keine Schlangen, wir sind durchaus einverstanden damit und sind froh, dass die Philosophie bei der handgrossen Vogelspinne morgens um 2 noch die gleiche ist...
Trotz der Aufregung ist es uns wohl hier und wir geniessen das Leben in Ruhe, wo viel Zeit und Raum ist, und die Sterne leuchten wie mitten auf dem Ozean. So faellt der Abschied nicht leicht, die Augen feucht beim Adieu der lieben Menschen, der Abgeschiedenheit, zurueck an die Kueste, eine Stunde im infernalisch laermenden Bus, Puerto Jimenez mit stampfenden Lautsprechern, Ventilatoren und Eismaschinen, kuehlem Bier und Landepiste. Hier hat das Leben einen anderen Rythmus, wir brauchen etwas Zeit um uns zu gewoehnen. Zum Glueck finden wir eine ruhige Unterkunft.
http://www.manglares.com/
und schon bald geht es weiter richtung Golfito, Zancudo, dann nach Panama. Es geht uns gut und wir sind froh, dass wir bis jetzt gesund geblieben sind.

Posted by m.till 08:23 Archived in Costa Rica Comments (1)

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