Panama
Ein kleiner Abstecher nach Panama
23.02.2007
27 °C
Von Puerto Chimenez reisen wir weiter, mit dem Schiff ueber den Golf von Osa nach Zancudo, einem Pazifikstrand ganz im Sueden Costa Ricas. Ein heisser und sandiger Ort, schoen und ruhig, das haben auch schon andere entdeckt. Kilometerlang ist der Strand gesaeumt von Villen, deren Eigentuemer dem nordamerikanischen Winter entfliehen. Wir geben uns doppelt Muehe mit der Sonnencreme, nachdem wir ein paar abschreckende Beispiele mit harten Verbrennungen gesehen haben...
Unser Gastgeber Marcel kommt aus Holland und kennt den Ort mittlerweile sehr gut. Wir erfahren, wie unglaubliche Berge von Dollars eine Dorfgemeinschaft ruinieren koennen - den schlimmsten Tropenkrankheiten entkommen nur wenige: Alkohol ist allgegenwaertig und Kokain billig.
Wir lassen uns aber wenig stoeren und geniessen einige Tage. Maurice sammelt Einsiedlerkrebse und baut einen Zoo mit Stecken und Steinen, aber die Krebse sind schnell und verschwinden in die Freiheit.. so veranstalten wir Wettrennen mit den Krebsen, sammeln Muscheln oder Kokosnuesse zum trinken.
Maurice hat die Angst vor dem Wasser verloren, er taucht wie ein Fisch durch die Wellen, schwimmt zwei drei Zuege bis wir ihn wieder aus dem Wasser ziehen.
Eines Morgens liegen tote Fische am Strand, immer mehr werden angeschwemmt. Ein Crevettenfangboot weit draussen entledigt sich auf einfache Weise der unerwuenschten Fische... Es beginnt zu stinken, Schulterzucken, das Meer wirds richten. Zeit fuer uns Abschied zu nehmen. Marcel faehrt uns mit seinem 30jaehrigen Landrover an die Grenze zu Panama. Der Zoellner moechte sich unseren Eintritt ins Nachbarland mit ein paar Dollars versuessen lassen, wir wollen nicht und kaufen Zaehneknirschend ein Ausreiseticket damit wir den Einreisestempel kriegen...
Nun sind die Strassen besser, der Bus klimatisiert, und schon eine Stunde spaeter sind wir in David, einer grossen Stadt im Norden Panamas.
Laerm, Hektik, kurz essen und weg, ueber die kuehlen Berge auf die karibische Seite. Vier landschaftlich schoene Stunden, zuviel fuer Maurice, er muss erbrechen trotz Medizin, sterbenselend. Rasch geht es weiter aufs Schiff nach Bastimentos, eine wunderschoene Insel im Gebiet Bocas del Torro. 
Im schoenen Abendlicht erreichen wir die Insel, Musik schlaegt uns entgegen, schwarze Menschen, Lachen, Kinder ueberall, laut und voller Leben. Wir sind in einer anderen Welt. Die Einwanderer aus Jamaika haben ihre Kultur mitgebracht, ohne Reggae-Rhytmen laeuft gar nichts. Die Koechin tanzt beim Kochen, die Putzfrau tanzt beim putzen, erst spaet in der Nacht legt sich Ruhe ueber die Insel. Am naechsten Tag erfahren wir, dass auf der Nachbarinsel Karneval beginnt, viele Menschen, viel Alkohol. Wir wandern ueber die Insel durch Weiden und Dschungel an die Straende, heller Sand, das Meer kuehler als am Pazifik.
Zurueck im Dorf essen wir in einem Restaurant, welches aufs ruhige Meer hinaus gebaut ist, wie viele Haeuser hier. Durch die Schlitze in den Bodenplanken sehen wir Fische, Maurice versucht sein Anglerglueck, aber die Fische sind schlau und fressen das Brot vom Haken... Zum Glueck hats in der Kueche noch genuegend Fische, so dass unser Teller nicht leer bleibt.
Am Ufer sammeln sich die Abfaelle, das sorglose Leben hat seine Schattenseiten. Rund um die Haeuser liegt viel Schmutz, Plastik, Flaschen und alles was nicht mehr gebraucht wird, allerlei Insekten gedeihen praechtig darin. Die Waschmaschine im Meer dient nun einem Lobster als Zuhause, das Fahrrad und der Pneu der Muraene. Fuer den naechsten Tag chartern wir zusammen mit Lorraine und Miguel aus Zuerich ein Boot mit Fuehrer und lassen uns durch die Lagune chauffieren. Delphine springen, Seesterne im klaren Wasser und dann die Korallen - wir schnorcheln durch die Unterwasserwelt, Maurice sieht zum ersten Mal Korallen und farbige Fische im klaren Wasser. Hinter einem Restaurant wohnt ein grosser Barracuda und wartet auf Kuechenabfaelle, als Maurice seine Zaehne sieht will er schnell aus dem Wasser... 
Bald haben wir genug von Laerm, Armut und Abfall, es zieht uns zurueck nach Costa Rica. Bei Regen und Wind verlassen wir die Insel, und sind zwei truebe Stunden spaeter an der Grenze. Die grosse Fachwerkbruecke ueber den Rio Sixaola wurde 1942 gebaut und anscheinend kaum unterhalten, Rost nagt an den Traegern, wir halten Maurice fest an der Hand damit er nicht durch Loecher im Belag in den Fluss faellt. Es regnet, Grenzorte sind haesslich und arm, grad kommt ein Bus und nimmt uns mit. Wie schon in Panama nichts als Bananen, eine Wueste von Bananenstauden, triste Arbeitersiedlungen, ueberall Warnschilder weil die Insektizide mit dem Flugzeug verteilt werden. Ab und zu eine Verladestation, Arbeiter mit Schutzanzuegen an Chemiebaedern, welche die Exportbananen haltbar machen.
Wir denken an die schoen praesentierten Tropenfruechte in den Migros-Filialen und haben kein gutes Gefuehl dabei.
An diesem tristen Tag sind wir froh, bei Martin und Madeleine aus der Schweiz uebernachten zu koennen, Maurice freundet sich schnell an mit den drei Kindern und wir schwatzen Tag und Nacht. Der Abschied anderntags faellt uns leichter weil die Familie im April zurueck in die Schweiz zuegelt und ein Wiedersehen versprochen ist!
So erreichen wir Cahuita, ein ruhiger Touristenfleck an der Karibik mit wunderschoenem Nationalpark, welchen wir sehr geniessen: Affen, Schlangen, Faultiere, Echsen und Krebse sind zu bewundern und wir baden am hellen Strand.
Die Tage in Cahuita sind gepraegt von viel Unsicherheit wie weiter, im Inland warten spannende Ecken auf uns, sind aber teilweise nur schlecht mit dem Bus zu erreichen. So fahren wir zuerst noch 20 km suedlich an einen schoenen Strand und hoffen dort klaren Kopf zu kriegen. Im Allgemeinen geht es uns aber immer noch sehr gut, Peter ist nach zwei Tagen Durchfall nun doch sicher, dass Leitungswasser nicht zum Trinken geeignet ist...
Posted by m.till 09:39 Archived in Costa Rica





